Baumschnitt

Baumschnitt

Nur gepflegte Bäume und Sträucher bleiben auf Dauer gesund und ertragsreich. Einen wichtigen Beitrag dazu leistet ein regelmäßiges Schneiden.

Grundsätzliches beim Schneiden

Der Schnitt ist für Bäume und Sträucher eine lebensnotwendige Maßnahme. Er sollte so früh wie möglich erfolgen, denn dadurch sind die Wunden kleiner und heilen besser. Zum richtigen Schneiden ist es erforderlich die Triebarten zu kennen. Man unterscheidet zwischen Haupttrieb, Steiltrieb, Seitentrieb und Seitenleittrieb.

Pflanzschnitt

Bei zweijährigen Veredelungen erfolgt ein Schneiden direkt nach dem Pflanzvorgang. Dasisterforderlich, weilbeim Entnehmen aus der Aufzucht die Wurzeln beschädigt werden. Durch das Schneiden kön­nen die verbleibenden Triebe ausreichend mit Wasser und Nährstoffen versorgt werden.

Erziehungsschnitt

Damit sich die Krone entwickeln kann, ist ab dem 2. Stand­ jahr ein Erziehungsschnitt wie folgt notwendig:

  • Seitentriebe jährlich um 1/4 der Länge zurückschneiden.
  • Sich eventuell gebildeter 2. Mitteltrieb und Steiltriebe entfernen.
  • Haupttrieb soweit zurück­ schneiden, daß er eine Hand­ breit höher als die Seitentriebe ist.

Auslichtungsschnitt

Der Auslichtungsschnitt sorgt für ausreichend Licht und Luft­ zufuhr zum Kroneninnern. Dabei schwaches, abgestor­benes und zu dichtes Geäst entfernen.

Beerensträucher schneiden

Pflanzschnitt

Beim Schnitt nach dem Pflanzen (außer Schwarze Johannisbeeren) entfernt man dicht stehende Triebe. Es sollten etwa 6 kräftige, einjährige Triebe stehen bleiben. Schwache Triebe werden um die Hälfte zurückgeschnitten, starke Triebe um 1/3 ihrer Länge.

Fruchtschnitt

Um die Fruchtqualität zu fördern. Ältere Äste, die wenig Früchte tra­gen, werden entfernt und Jungtriebe gekürzt. Jungtriebe, die aus dem Wurzelstock kommen werden ebenfalls geschnitten. Der Busch sollte nach dem Schnitt 7­10 Triebe haben, die nicht älter als 3 Jahre sind.

Auslichtungsschnitt

Beim Auslichten wer­ den ganze Triebe entfernt oder es erfolgt ein Ableiten auf einen jungen, kräftigen Sei­tentrieb. Hierbei wird der alte Trieb (erken­nbar an einer dunklen Rinde) knapp über einem nach außen gerichteten Seitentrieb abgeschnitten.

Wunden verschließen

Beim Schneiden entstehen Wunden, die ab einem Durchmesser von 2,5 cm unmittelbar nach dem Schneiden behandelt werden müssen. Geschieht das nicht, können die Schnittflächen leicht aufreißen und Pilzinfektionen entstehen. Zum Verschließen der Wunden gibt es spezielle Wundverschlußmittel aus Baumwachs und Kunststoffen. Diese werden gut deckend mit einem Pinsel aufgetragen.

Junge Bäume anbinden

In den ersten Jahren benötigen Bäume einen Baumpfahl, der etwa 50­60 cm tief in den Boden eingeschlagen wird. Die Höhe des Pfahles wird nach dem Baum so ausgerichtet, daß er ca. 10 cm unter dem ersten Ast endet. Zum Anbinden können Kokos, Leder oder spezielle Kunststoff­bänder verwendet werden.

Die Schlaufe beim Binden so legen, daß sie sich zwischen Stamm und Pfahl kreuzt. Im Verlauf des Baumwuchses diese Bindestelle immer wieder prüfen. Wenn sie beginnt ins Holz einzuwachsen, muß sie entfernt werden.