Bohnen pflanzen und pflegen

von der Aussaat bis auf den Teller

Sie wachsen schnell, tragen reichlich und sind ganz nebenbei auch noch gut für den Boden: Bohnen zählen zweifellos zu den dankbarsten Gemüsepflanzen im Garten. Du planst, einen eigenen Gemüsegarten anzulegen und Bohnen anzupflanzen? Dann haben wir alles Wissenswerte für dich zusammengestellt und zeigen dir, worauf es ankommt. Du wirst sehen: Bohnen pflanzen und pflegen ist einfacher als gedacht.

Buschbohne oder Stangenbohne: Was ist der Unterschied?
Bohnen anbauen: Standort, Aussaat und Pflege
Krankheiten und Schädlinge: So schützt du deine Pflanzen
Bohnen ernten: auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an



Buschbohne oder Stangenbohne: Was ist der Unterschied

Wenn du Bohnen anpflanzen möchtest, solltest du zunächst entscheiden, ob du Buschbohnen oder Stangenbohnen bevorzugst. Beide Bohnenarten sind grüne Gartenbohnen, allerdings unterscheiden sie sich im Hinblick auf Wuchs, Platzbedarf und auch Ertragszeitraum deutlich. Buschbohnen wachsen kompakt und buschig, werden etwa 40 bis 60 cm hoch und kommen ganz ohne Rankhilfe aus. Damit sind sie auch in kleinen Beeten, Hochbeeten oder Balkonkästen eine gute Wahl. Ihr Nachteil: Sie tragen geballt und über einen kürzeren Zeitraum. Stangenbohnen hingegen klettern und ranken bis zu drei Meter hoch. Kein Wunder, dass diese Bohnenart ein Gerüst oder Stangen als Rankhilfe benötigt. Ihr Vorteil liegt aber in der deutlich längeren Erntesaison. So liefern Stangenbohnen von Juli bis in den September kontinuierlich frische Bohnen.

Die Unterschiede im Überblick:

MerkmalBuschbohneStangenbohne
Wuchshöhe40 bis 60 cmbis 3 m
Rankhilfe nötigneinja
Erntezeitraumgeballt, kurzlang, kontinuierlich
Platzbedarfgeringmehr Höhe, weniger Fläche
geeignet fürkleine Beete, Hochbeeteklassische Gärten

Bohnen anbauen: Standort, Aussaat und Pflege

Der richtige Standort

Bohnen gedeihen am besten an einem warmen und hellen Standort. Ein windgeschützter, vollsonniger Platz ist ideal. Als Schwachzehrer benötigen Bohnen keinen nährstoffreichen Boden und auch eine starke Stickstoffdüngung solltest du vermeiden. Lockere, durchlässige Erde, die sich schnell erwärmt – mehr Ansprüche stellt die Bohne nicht. Wenn du das Bohnen-Pflanzen planst, solltest du allerdings berücksichtigen, dass Bohnen nicht mehrere Jahre in Folge auf demselben Beet stehen sollten. Eine Anbaupause von drei bis vier Jahren kann Bodenmüdigkeit und Krankheiten vorbeugen.

Wann werden Bohnen gepflanzt?

Da Bohnen sehr empfindlich auf Frost reagieren, solltest du sie unbedingt erst nach den Eisheiligen (Mitte Mai) ins Freiland aussäen, wenn wirklich keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Wer früher starten möchte, kann die Bohnen ab April auf der Fensterbank vorziehen und die Jungpflanzen nach den Eisheiligen ins Beet setzen.

So funktioniert die Aussaat

Um Bohnen zu pflanzen, solltest du zunächst das Beet mit einer Hacke gründlich auflockern und anschließend gleichmäßige Reihen ziehen. Nun werden die Bohnen 3-5 cm tief in die Erde gedrückt. Empfohlene Abstände:

  • Buschbohnen: 10-15 cm in der Reihe, 40-50 cm zwischen den Reihen
  • Stangenbohnen: 20-25 cm in der Reihe, 50-60 cm zwischen den Reihen

Bei Stangenbohnen am besten Stangen oder Gerüst bereits vor der Aussaat aufstellen, damit du die Erde später nicht mehr aufwühlen musst.

Gießen und pflegen

Gieße die Aussaat direkt an und halte das Beet während der Keimphase gleichmäßig feucht. Sobald die Pflanzen gewachsen sind, reicht maßvolles Gießen direkt an der Wurzel. Du solltest nie über die Blätter gießen und auch Staunässe mögen Bohnen gar nicht.

Krankheiten und Schädlinge: So schützt du deine Pflanzen

Auch wenn Bohnen überaus robust sind, so sind sie dennoch nicht unverwundbar und können von Krankheiten und Schädlingen heimgesucht werden.

Die häufigsten Probleme im Überblick:

Die schwarze Bohnenblattlaus gilt als bekanntester Schädling und befällt Triebspitzen und Blattunterseiten ab Mai. Befallene Triebspitzen solltest du abschneiden und mit einem Brennnesselaufguss oder Neem-Präparat behandeln. Marienkäfer und Schwebfliegen sind natürliche Feinde der Laus und helfen beim Regulieren.

Die Bohnenfliege legt ihre Eier in den Keimlingen und Samen der Bohne ab. Einen Befall erkennst du an Fraßspuren an Keimblättern und Wurzelhälsen. Zur Vorbeugung kannst du Samen vorkeimen, ein Kulturschutznetz über das Beet legen und Bohnenkraut als Nachbarpflanze nutzen.

Schnecken haben es besonders auf Keimlinge und junge Pflanzen abgesehen. Durch Vorziehen verschaffst du den Pflanzen einen Vorsprung. Schneckenkorn kann zusätzlich helfen.

Bei der Brennfleckenkrankheit handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die sich durch dunkelbraune Flecken auf Blättern, Stielen und Hülsen zeigt. Befallene Pflanzen solltest du entfernen und vernichten. Auch wenn es ungünstig erscheint: Danach solltest du mindestens drei bis vier Jahre keine Bohnen auf demselben Beet anpflanzen.

Bohnenrost tritt bei feuchtem Wetter auf und zeigt sich in Form von rostbraunen Pusteln auf den Blattunterseiten. Auch hier hilft nur das Entfernen der befallenen Pflanzen und eine mehrjährige Anbaupause.

Besonders Buschbohnen können von der Fettfleckenkrankheit betroffen sein, die durch Bakterien hervorgerufen wird, die über infiziertes Saatgut oder Schnecken übertragen werden. Um vorzubeugen, solltest du darauf achten, nur zertifiziertes und gesundes Saatgut zu kaufen.

Viele Probleme lassen sich vermeiden, indem du auf Mischkultur setzt. Bohnen vertragen sich gut mit Möhren, Gurken, Kohlrabi und Bohnenkraut. Zwiebeln und Fenchel solltest du hingegen meiden.

Bohnen ernten: auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an

Für die Bohnenernte gilt es, den richtigen Zeitpunkt abzupassen. Grüne Bohnen solltest du immer ernten, bevor die Samen in der Hülse vollständig ausreifen. Das ist etwa 8-12 Wochen nach der Aussaat der Fall. Ernte regelmäßig, vor allem bei Stangenbohnen, denn je öfter du erntest, desto mehr neue Hülsen bildet die Pflanze nach. Möchtest du Bohnen als Trockenbohnen für die Küche gewinnen, dann lasse die Hülsen vollständig ausreifen und an der Pflanze trocknen, bevor du sie erntest.

Bohnen lassen sich auch wunderbar konservieren und sind in der Küche überaus vielseitig. Einige Möglichkeiten der Verwertung im Überblick:

Bohnen einfrieren

Das Einfrieren deiner geernteten Bohnen ist die wohl einfachste Methode der Verwertung. Einfach die Bohnen kurz blanchieren (2-3 Minuten in kochendem Salzwasser), kalt abschrecken, trocknen und portionsweise in die Gefriertruhe geben. So halten sie mehrere Monate.

Bohnen einkochen

Größere Mengen an Bohnen lassen sich wunderbar mit Gewürzen und Bohnenkraut in Gläsern einkochen.

Schnelle Pfannenidee

Grüne Bohnen mit etwas Olivenöl und Knoblauch in der Pfanne andünsten, mit Salz, Pfeffer und etwas Zitronenabrieb abschmecken – ein leckeres und schnelles Gericht, ob solo oder als Beilage.

Klassischer Bohneneintopf

Ein Gericht, das satt macht und einfach zuzubereiten ist, ist der klassische Bohneneintopf. Dazu Bohnen mit Kartoffeln, Speck und Bohnenkraut langsam schmoren.

Bunter Bohnensalat

Bohnen machen auch als Salat eine gute Figur. Einfach gekochte grüne Bohnen mit Zwiebeln, Essig, Öl und frischen Kräutern anmachen und kurz ziehen lassen – perfekt als Beilage zu Gegrilltem.

Verzehre Bohnen niemals roh! Sie enthalten Phasin, ein Eiweiß, das erst durch ausreichendes Kochen (mindestens 10 Minuten) unschädlich gemacht wird.

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