Wein selber machen

von der Traube in die Flasche

Was wie eine Wissenschaft klingt, ist gar nicht so schwer. Wer im Herbst einen Überschuss an Obst wie Trauben, Äpfeln oder Beeren erntet, hat eigentlich schon Grund genug, es einfach einmal auszuprobieren. Du möchtest Wein selber machen? Wir zeigen dir, wie es geht, was du brauchst und was du mit dem Ergebnis anfangen kannst.

Warum sollte ich Wein selber machen?
Aus was lässt sich Wein herstellen?
Was benötige ich zur Weinherstellung?
Wie kann ich Wein selber machen?



Wein selber machen – darum lohnt es sich

Wer Obst im heimischen Garten anbaut, kennt das Problem: Im Herbst hängen die Äste oftmals voll und man kommt mit dem Essen und Verwerten gar nicht mehr nach. Einkochen, einfrieren, verschenken – das sind die klassischen Wege. Doch wie wäre es, aus den Früchten des Gartens ganz einfach mal Wein herzustellen? Selbst gemachter Wein oder Fruchtwein ist eine kreative Möglichkeit, überschüssige Ernte zu verwerten. Du entscheidest selbst über Zutaten, Süße und Ausbau und bekommst ein Ergebnis, das gut zu deinem eigenen Geschmack passt.

Aus was lässt sich Wein herstellen?

Beim Wort „Wein“ denkt man wohl zunächst an die klassischen Weintrauben. Aber Gärung funktioniert mit nahezu jeder zuckerhaltigen Frucht, sodass sich Wein aus vielen verschiedenen Obstsorten herstellen lässt. In diesem Beitrag zeigen wir dir aber nicht nur die Herstellung von Traubenwein, sondern auch, wie du aus Äpfeln, Beeren oder Steinobst eigenen Fruchtwein ansetzen kannst.

Weintrauben
Sie sind der Klassiker und liefern in der Regel die besten Ergebnisse. Trauben enthalten von Natur aus genug Zucker und Säure für eine ausgewogene Gärung.

Äpfel
Als echte Alternative aus dem heimischen Garten haben sich Äpfel erwiesen.
Apfelwein, Most oder Cidre genannt, lässt sich vergleichsweise unkompliziert herstellen und ergibt meist ein fruchtiges, frisches Ergebnis. Deshalb eignet er sich gut, wenn größere Erntemengen verarbeitet werden sollen.

Beeren
Aus Johannisbeeren, Holunderbeeren, Heidelbeeren oder Stachelbeeren lassen sich aromatische Fruchtweine herstellen. Die Beeren bringen Farbe ins Glas, brauchen jedoch oftmals etwas Zuckerzugabe, da ihre natürliche Süße geringer ist.

Steinobst
Kirschen, Pflaumen und Mirabellen lassen sich ebenfalls vergären und ergeben vollmundige, dunkle Fruchtweine mit tiefer Farbe.

Rhabarber
Säurereich und erfrischend: Auch aus Rhabarber lässt sich Wein herstellen.

Für die ersten Versuche, Wein selbst herzustellen, empfehlen sich Äpfel oder Johannisbeeren. Die Früchte sind nicht nur reichlich verfügbar, sondern lassen sich auch leicht verarbeiten.

Was benötige ich zur Weinherstellung?

Wenn du zum ersten Mal Wein selber machen möchtest, dann muss es nicht gleich die Profiausrüstung sein. Ein paar wichtige Utensilien sollten aber nicht fehlen:

  • Gärbehälter: Ein Gärballon aus Glas oder ein lebensmittelechter Kunststoffeimer fängt den Prozess auf. Wichtig: der Behälter muss luftdicht verschließbar sein.
  • Gäraufsatz (Gärspund): Dieses kleine Ventil lässt CO2 entweichen und verhindert, dass Sauerstoff eindringt. Ohne Gärspund könnte der Wein kippen oder oxidieren.
  • Fruchtpresse oder Entsafter: Um den Saft aus dem Obst zu gewinnen, sollten Fruchtpresse oder Entsafter nicht fehlen. Bei kleinen Mengen kann auch das manuelle Auspressen oder ein starkes Passiersieb ausreichend sein.
  • Mostwaage (Oechslewaage): Damit misst du den Zuckergehalt des Mosts und kannst abschätzen, wie viel Alkohol später entstehen wird.
  • Weinhefen: Spezielle Reinzuchthefen sorgen für eine kontrollierte, zuverlässige Gärung. Sie sind dem natürlichen Wildhefeprozess in der Regel überlegen und verringern das Risiko von Fehlaromen.
  • Hygieneausrüstung: Sauberkeit ist bei der Weinherstellung das A und O. Alle Geräte müssen vor der Verwendung gründlich gereinigt und desinfiziert werden.
  • Flaschen und Korken: Diese benötigst du für die Abfüllung des fertigen Weins.

So stellst du Wein Schritt-für-Schritt selbst her

  1. Früchte vorbereiten:
    Früchte waschen, entstielen, entkernen und von beschädigten Stellen befreien. Überreife oder schimmelige Früchte haben im Wein nichts verloren, sie könnten den gesamten Ansatz verderben.
  2. Saft gewinnen:
    Früchte zerkleinern und pressen. Je nach Obstsorte kann der Saft direkt verwertet werden (Trauben, Johannisbeeren) oder muss mit etwas Wasser verdünnt werden (Äpfel, Beeren mit hohem Fruchtfleischanteil). Den Saft nennt man ab jetzt Most.
  3. Zuckergehalt messen:
    Mit der Mostwaage den Zuckergehalt messen. Je süßer der Most, desto mehr Alkohol kann bei der Gärung entstehen. Welche Oechsle-Werte sinnvoll sind, hängt von der verwendeten Frucht und vom gewünschten Weinstil ab. Für Traubenmost werden für einfache Weine oft etwa 70 bis 90 °Oe als Richtwert genannt. Bei Fruchtwein solltest du dich an ein passendes Rezept für die jeweilige Obstsorte halten. Ist der Wert zu niedrig, kann je nach Rezept Zucker ergänzt werden. Ist er zu hoch, wird der Most je nach Frucht und Rezept angepasst.
  4. Schwefeln:
    Vor der Hefezugabe den Most, falls nötig, nach Produktangabe mit Kaliumpyrosulfit schwefeln, um wilde Hefen und Bakterien zu reduzieren. So hat die zugegebene Reinzuchthefe bessere Bedingungen. Wichtig: Dosierung und Anwendung müssen genau nach Herstellerangabe erfolgen.
  5. Hefe ansetzen und zugeben:
    Die Weinhefe nach Anleitung in etwas warmem Wasser (ca. 35 °C) ansetzen. Nach kurzer Wartezeit zum abgekühlten Most geben. Den Gärbehälter mit dem Gärspund verschließen.
  6. Hauptgärung abwarten:
    Der Most beginnt nun zu gären. Die Hefe wandelt Zucker in Alkohol und Kohlensäure um. Dieser Prozess dauert je nach Temperatur und Zuckergehalt etwa ein bis drei Wochen.
  7. Umfüllen (Abstich):
    Wenn die Gärung nachlässt, den Wein vorsichtig in einen sauberen Behälter umfüllen, um Heferückstände (Trub) am Boden zu entfernen. Dabei möglichst wenig Sauerstoff einbringen.
  8. Nachgärung und Klärung:
    Der Wein gärt nun langsam weiter und klärt sich. Diesen Prozess kannst du durch Kühlung beschleunigen. Ein zweiter Abstich nach einigen Wochen verbessert die Klarheit.
  9. Abfüllung:
    Fülle den Wein erst ab, wenn die Gärung sicher abgeschlossen ist und sich der Ansatz ausreichend geklärt hat. Nur so vermeidest du Nachgärung, Druck in der Flasche und unnötige Trübstoffe. Fruchtweine sind oft schon nach wenigen Wochen trinkfertig, können aber je nach Sorte auch einige Monate reifen.

Selbstgemachten Wein verschenken

Eine selbst hergestellte und abgefüllte Flasche Wein ist ein schönes und außergewöhnliches Geschenk. Drucke beispielsweise ein persönliches Etikett aus, auf welchem du über den Inhalt und den Jahrgang informierst. Du kannst das Etikett zusätzlich mit einem kleinen Spruch, einer Zeichnung oder einer Widmung versehen. So erhält deine Flasche einen ganz persönlichen Look. Auch Bast oder Jute als Umhüllung sind eine schöne Idee und lassen deine Weinflasche sofort hochwertiger aussehen. Eine Wachsversiegelung kann deiner Flasche einen edlen Look verleihen.

Passend zum selbst gemachten Wein macht sich ein selbst gebauter Weinhalter aus Holz hervorragend.

Alles für die Weinherstellung bei Globus Baumarkt

Von Obstpressen und Fasskorken über Oechslewaagen und Messzylinder bis hin zu Gärglocken und Hefenährsalzen: In deinem Globus Baumarkt findest du alles, was du für die Weinherstellung und Obstverarbeitung benötigst.


Das könnte dich auch interessieren

Ratgeber

Himbeeren pflanzen und pflegen

Wir zeigen dir, welche Himbeersorten es gibt, wie du Himbeeren pflanzen bzw. pflegen solltest und am Ende sinnvoll verwertest.

Erfahren Sie mehr
Ratgeber

Bohnen pflanzen und pflegen

Du willst in deinem eigenen Gemüsegarten Bohnen anpflanzen? Dann zeigen wir dir von der Pflege bis zur Ernte genau, worauf…

Erfahren Sie mehr
Rezept

Kürbis Kimchi selber machen

Wir zeigen dir, wie du Kürbis Kimchi, eine kreative Abwandlung des koreanischen Klassikers ganz einfach selber machen kannst.

Erfahren Sie mehr
Markt wählen
Mein Markt
Globus Baumarkt