Himbeeren pflanzen und pflegen

Vom ersten Trieb bis zur vollen Schüssel

Himbeeren zählen zu den beliebtesten Früchten im heimischen Garten und das nicht ohne Grund: Die Himbeere ist saftig und aromatisch, vielseitig verwendbar und mit ein bisschen Grundwissen überaus unkompliziert im Anbau. Einmal gepflanzt und richtig geschnitten, liefert ein Himbeerstrauch Jahr für Jahr reiche Erträge. Wir zeigen dir, welche Himbeersorten es gibt, wie du Himbeeren pflanzen bzw. pflegen solltest und am Ende sinnvoll verwertest.

Welche Himbeersorten gibt es?
Wann und wie pflanze ich Himbeersträucher?
Wie schneide ich Himbeersträucher richtig?
Schädlinge und Krankheiten: so schützt du deine Himbeeren
So lassen sich Himbeeren ernten und verwerten



Himbeersorten: Sommer, Herbst oder beides?

Himbeeren lassen sich in verschiedene Gruppen einteilen. Während Sommerhimbeeren von Juni bis Juli Früchte tragen, können Herbsthimbeeren zwischen August und Oktober geerntet werden. Du willst dich nicht festlegen und Himbeeren am liebsten im Sommer und Herbst ernten? Dann könnten Twotimer-Himbeeren die richtige Wahl für dich sein. Wir erklären dir die Unterschiede zwischen den einzelnen Sorten.

Sommerhimbeeren:

  • Tragen von Juni bis Juli Früchte
  • Zeichnen sich durch ein besonders intensives Aroma aus
  • Früchte wachsen ausschließlich an den Trieben des Vorjahres, dem sogenannten zweijährigen Fruchtholz.
  • Beliebte Sorten: Glen Ample, Tulameen, Willamette

Herbsthimbeeren:

  • Tragen von August bis in den Oktober hinein
  • Fruchten an den Trieben des laufenden Jahres
  • Pflegeleichter und weniger krankheitsanfällig als Sommerhimbeeren
  • Beliebte Sorten: Autumn Bliss, Polka, Himbo Top

Twotimer-Himbeeren:

  • Kombination aus Sommer- und Herbsthimbeeren
  • Tragen im Sommer an zweijährigen Ruten und im Herbst an diesjährigen (einjährigen) Trieben
  • Beliebte Sorten: Autumn Treasure, Himbo Top

Übrigens: Neben den klassischen roten Himbeersorten gibt es auch gelbe Himbeeren (z. B. Golden Queen), die sehr süß schmecken, sowie schwarze Himbeeren mit kräftigem Aroma.

Himbeersträucher pflanzen und pflegen

Damit deine Himbeeren gedeihen, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Ob Standort, Pflanzzeitpunkt oder richtiges Gießen und Düngen, wir erklären dir, worauf du achten musst.

Der richtige Standort

Himbeeren lieben die Sonne, vertragen aber auch leichten Halbschatten. Wichtig ist, dass du dich für einen windgeschützten Platz mit durchlässigem, leicht saurem Boden (pH-Wert 5,5-6,5) entscheidest. Was die Pflanzen hingegen gar nicht leiden können: Staunässe. Entscheide dich für ein Beet an einer nach Süden oder Westen ausgerichteten Stelle, zum Beispiel entlang eines Zauns oder einer Hecke. Plane dabei von Anfang an genug Platz ein, denn Himbeeren breiten sich über Wurzelausläufer aus und können schnell ein ganzes Beet übernehmen.

Der richtige Pflanzzeitpunkt

Auch wenn sich Containerware praktisch das ganze Jahr über pflanzen lässt, gelten Herbst (Oktober bis November) und Frühjahr (März bis April) als die besten Pflanzzeitpunkte für Himbeeren.

So wird gepflanzt

Lockere den Boden zunächst gut auf und stelle ein Pflanzloch her, das etwa doppelt so groß wie der Wurzelballen deiner Himbeerpflanze ist. Setze die Pflanze so in den Boden, dass der Wurzelhals auf Bodenhöhe liegt, nicht tiefer. Gieße die Pflanze nach dem Einpflanzen kräftig an und mulche die Fläche mit Rindenmulch oder Stroh, um die Feuchtigkeit im Boden zu halten und gleichzeitig den Wuchs von Unkraut zu unterdrücken.

Gießen und düngen

Himbeeren brauchen gleichmäßige Feuchtigkeit. Insbesondere in Trockenperioden und während der Fruchtentwicklung solltest du die Pflanzen daher regelmäßig gießen. Achte aber unbedingt darauf, dass Staunässe vermieden wird. Ein organischer Dünger im Frühjahr (z. B. Kompost oder Hornspäne) reichen für die meisten Standorte aus.

Himbeeren vertragen sich gut mit Knoblauch als Nachbarpflanze, der Schädlinge fernhält. Weniger geeignet sind hingegen Erdbeeren und Rosengewächse, da diese Krankheiten übertragen können.

Himbeersträucher richtig schneiden

Beim Himbeeranbau spielt der Schnitt eine zentrale Rolle. Doch wie genau sollte man hier vorgehen? Es ist gar nicht so kompliziert, wie du vielleicht denkst – und wenn du weißt, welchen Himbeertyp du anbaust.

Sommerhimbeeren schneiden: Nach der Ernte im Sommer werden alle Ruten, die getragen haben, direkt am Boden abgeschnitten. Sie werden nicht mehr fruchten. Die neuen, grünen Triebe des laufenden Jahres bleiben stehen und werden im Frühjahr auf etwa 1,5 m eingekürzt. Diese tragen im nächsten Sommer.

Herbsthimbeeren schneiden: Im späten Winter oder frühen Frühjahr (Februar bis März) werden alle Triebe der Herbsthimbeere bodennah abgeschnitten. Die Pflanze treibt neu aus und trägt im selben Jahr wieder.

Twotimer-Himbeeren schneiden: Wer beide Ernten nutzen möchte, schneidet nur die abgetragenen, älteren Ruten nach der Sommerernte heraus. Die jungen Triebe bleiben stehen und tragen im Herbst. Alternativ kannst du alle Ruten im Winter bodennah abschneiden, in dem Fall bleibt die Sommerernte aber aus.

Achte beim Schneiden unbedingt auf sauberes, scharfes Werkzeug. Desinfiziere die Schere zwischen dem Schnitt verschiedener Pflanzen, um eine Übertragung von Krankheiten zu verhindern.

Schädlinge und Krankheiten: so schützt du deine Himbeeren

Himbeeren können von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden.

Die häufigsten Probleme im Überblick:

  • Merkmale: Zeigt sich durch bräunliche oder violette Flecken an den Ruten, die absterben können.
  • Was tun: Befallene Ruten sofort herausschneiden und vernichten, nicht kompostieren.
  • Merkmale: Befällt Früchte bei feucht-kühlem Wetter und überzieht sie mit einem grauen Pilzrasen.
  • Was tun: Zur Vorbeugung auf ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen für gute Luftzirkulation achten. Nasse Beeren nicht pflücken.
  • Merkmale: Sammelt sich an Triebspitzen und jungen Blättern.
  • Was tun: Bei leichtem Befall Triebspitzen abschneiden, bei stärkerem Befall mit einem Brennnesselaufguss oder Neem-Präparat behandeln.
  • Merkmale: Matschige, faulende Beeren, die ungenießbar werden.
  • Was tun: Feinmaschige Tüllsäckchen als Schutz verwenden und um die frisch gebildeten Früchte binden. Befallene Beeren sofort entfernen und in verschlossenen Tüten im Restmüll entsorgen.
  • Wichtig: Blüten und bereits reifende Früchte gehören nicht ins Netz, nur unreife, grüne Früchte.
  • Merkmale: Äußert sich durch verschrumpelte, ungenießbare Beeren.
  • Was tun: Wie bei der Kirschessigfliege helfen auch hier Tüllbeutel, die frühzeitig zum Schutz über die Früchte gezogen werden.
  • Merkmale: Sorgt für verformte, schlecht reifende Früchte.
  • Was tun: Befallene Pflanzen im Winter bodennah zurückschneiden und Schnitt entsorgen.
  • Merkmale: Zeigt sich durch Loch- und Blattrandfraß sowie Schleimspuren.
  • Was tun: Schneckenschutzmittel, wie z.B. Schneckenkorn oder Barrieren aus Kupferbändern oder Schneckenzäune verwenden

Himbeeren ernten und verwerten

Sobald sich deine Himbeeren leicht und ohne Widerstand vom Stiel lösen lassen, sind sie erntereif. Am besten erntest du täglich oder zumindest jeden zweiten Tag, denn die Früchte reifen sehr schnell nach. Im Kühlschrank lassen sich frisch geerntete Himbeeren für etwa zwei Tage aufbewahren. Größere Mengen solltest du daher am besten gleich verarbeiten. Ideen für die Verwertung:

  1. Himbeermarmelade: Ein Klassiker, der sich schnell und einfach zubereiten lässt: Einfach die Beeren mit Gelierzucker aufkochen und nach der Kochzeit in sterilisierte Einmachgläser füllen.
  2. Himbeersirup: Ausgekochter Himbeersaft kann mit Zucker aufgekocht werden. Das Ergebnis: ein aromatischer Sirup für Wasser, Joghurt oder Desserts.
  3. Himbeer-Smoothie: Gefrorene Himbeeren mit Banane und Joghurt mixen, fertig in zwei Minuten.
  4. Himbeerkuchen und Tartes: Himbeeren eignen sich hervorragend als Belag für Obstkuchen oder Tartes.

Himbeeren einfrieren: so geht’s richtig

Willst du eine große Ernte haltbar machen, dann ist das Einfrieren die wohl einfachste Art. Um ein Zusammenkleben der Beeren zu verhindern, kannst du die frischen Beeren zunächst auf einem Teller oder Tablett verteilen und für zwei bis drei Stunden vorgefrieren, ehe du sie in Gefrierbeutel oder -dosen umfüllst. Tiefgekühlte Himbeeren sind bis zu zwölf Monate haltbar.

Himbeeren vor dem Einfrieren nicht waschen, da Feuchtigkeit die Beeren matschig macht. Besser erst nach dem Auftauen kurz unter Wasser abspülen.

Alles, was du zum Pflanzen und Pflegen von Himbeeren brauchst – bei Globus Baumarkt

Vom ersten Strauch bis zur vollen Ernte: Bei Globus Baumarkt findest du alles, was du zum Pflanzen und Pflegen von Himbeeren brauchst. Ob Himbeerpflanzen in verschiedenen Sorten, Rankhilfen und Pfosten, Mulchmaterial, Dünger, Kulturschutznetze oder praktisches Gartenwerkzeug: Schau einfach in deinem nächstgelegenen Markt vorbei – unser Fachpersonal berät dich gerne.


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